Der Rubin

Der Rubin gehört zur Gruppe der edlen Korunde. Seine rote Färbung erlangt er durch die Einschließung von Chrom-Ionen in die Aluminiumoxid-Struktur des Korunds. Vanadium-Ionen können das Rot des Rubins weiterhin verstärken, während Eisen das Rot ins Bräunliche verfärbt. Seinen Namen hat er von dem lateinischen Wort rubeus für rot.

Wie auch der von der Struktur ähnliche Saphir hat der Rubin eine Mohs-Härte von 9 und ist damit nach dem Diamanten der zweithärteste Edelstein. Er kommt hauptsächlich in Südostasien vor, Rubin-Lagerstätten finden sich zum Beispiel in Thailand, Birma, Siam und auf Sri Lanka aber auch im afrikanischen Tansania.

Der Rubin zeichnet sich durch eine ausgeprägte Fluoreszenz von UV-Licht aus und erscheint dadurch insbesondere bei Sonnenlicht sehr kräftig und lebendig. Er ist einer der wertvollsten Edelsteinarten und steht insbesondere bei großen Steinen über einem Karat dem Diamanten in nichts nach und übertrifft diesen im Preis oft sogar, da große Rubine sehr selten sind. Der größte Rubin befindet sich auf der Krone König Karls des IV. (250 Karat), ist aber nicht facettiert. Der größte facettierte Rubin ist der Edward-Rubin mit 167 Karat und liegt heute als Ausstellungsstück im Museum für Naturgeschichte in London. Der größte geschliffene Rubin ist der Reeves-Rubin (138,7 Karat), der sich im Smithsonian Institut in Washington befindet.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden verschiedene Verfahren zur synthetischen Herstellung von Rubinen entwickelt, die auch zu einem vorübergehenden Wertverfall der Rubine führten. Heutzutage kann man natürliche Rubine aber durch verschiedene Tests (Röntgenphosphoreszenz und Messung des Gallium-Gehalts) leicht von synthetischen Rubinen unterscheiden. Außerdem weisen die synthetischen Rubine nicht die für die natürlichen Rubine typischen Einschließungen anderer Mineralien oder Hohlräume auf. Gerade diese sorgen aber oft für die beeindruckenden Glanzeffekte des Rubins wie einen durch Rutilnadeln verursachten zarten Schimmer (auch als Seide bekannt), den Katzenaugeneffekt oder auch den begehrten Asterismus, bei dem ein sechsstrahliger Stern beim Bewegen über die Oberfläche des Steins gleitet.